Der Seckenheimer Singkreis in Toulon (2010)

Sie besteht seit 50 Jahren: Die Städtepartnerschaft zwischen Mannheim und Toulon. Bereits 1969 besuchte der Seckenheimer Singkreis Toulon und begann, Freundschaften aufzubauen, die zum Teil heute noch bestehen. Lediglich während der problematischen Regierungszeit Ende der 90er Jahre ruhte der offizielle Austausch; die privaten Beziehungen der Chormitglieder bestanden jedoch nach wie vor. Im Jahre 2001 begann die Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters von Toulon, M. Hubert Falco, dem die Fortführung der städtepartnerschaftlichen Beziehungen sehr am Herzen liegen.
So war es eine große Freude für den Seckenheimer Singkreis, 2002 gemeinsam mit dem gemischten „A choeur joie claire matin“ in Seckenheim das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart aufzuführen.
Im Herbst 2009 besuchte zum ersten Mal der Männerchor „ A choeur joie Cantadis“ den Singkreis und stellte sich mit einem Konzert in der Seckenheimer St. Aegidiuskirche vor.
Es war eine große Freude für den Seckenheimer Singkreis, in diesem Jahr vom 15.4.-19.04.2010 eine Einladung nach Toulon anzunehmen.
Unter der Leitung seines ehemaligen und jetzigen „Ehrenchorleiters“ Theo Schmitt flog eine kleine, aber feine Sängergruppe ( 16 Sänger/innen ) an die schöne Cote d`Azur. Am Flughafen wurde sie von den „Cantadis-Sängern“ herzlich empfangen und in Privatwagen in das Quartier nach Le Pradet, einem Vorort von Toulon, gebracht.
Als musikalischen Höhepunkt des Aufenthaltes war die Aufführung der c-moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart im großen Palais Neptune zusammen mit 3 Chören aus Toulon sowie dem Chor „Il Convitto Armonica“ aus der anderen Partnerstadt Toulons, La Spezia, vorgesehen.
Ein erstes „Warming up“ gab es schon am Freitag, den 16.4.2010 in der vollbesetzten Kirche St. Louis in Toulon. Hier stellten sich der französische, der italienische Chor und der Seckenheimer Singkreis mit Ausschnitten ihres jeweiligen Repertoires vor. Bereits hier bekamen die Seckenheimer Sänger stehenden Applaus, was die Vorfreude auf die c-moll- Messe nur verstärkte.

Konzert in Toulon

Bevor am nächsten Abend die Messe aufgeführt werden sollte, stand morgens noch ein anderer beeindruckender Auftritt auf dem Programm:
Am Mahnmal für die am 11.09.1982 bei einem Hubschrauberabsturz während einer Flugschau in Mannheim-Neuostheim getöteten Fallschirmspringer und Piloten aus Toulon, Deutschland und England legten die offiziellen Delegationen aus Toulon und Mannheim einen Kranz nieder. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Männerchor „Cantadis“ und vom Seckenheimer Singkreis. Leider war es Mannheims Bürgermeister Christian Specht nicht möglich, nach Toulon zu reisen: Die Aschewolke aus Island über dem europäischen Luftraum ließ eine Anreise nicht zu. Daher übernahm den offiziellen Teil Frau Gudrun Höfer, die einst die Städtepartnerschaft Mannheim-Toulon im Kulturamt betreute und an diesem Tag die Stadt mit Kompetenz und Charme repräsentierte.

Am Mahnmal für die am 11.09.1982 bei einem Hubschrauberabsturz während einer Flugschau in Mannheim-Neuostheim getöteten Fallschirmspringer und Piloten aus Toulon, Deutschland und England

Abends fand dann der musikalische Höhepunkt der Reise statt: Die Aufführung der c-moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart im voll besetzten Palais Neptune unter Mitwirkung von 300 Chorsängern aus Mannheim, La Spezia und Toulon anlässlich der 50-jährigen Jumelage. Es war ein beeindruckendes Klangerlebnis für die Sänger und das Publikum.
Die Aschewolke aus Island über Europa wurde jetzt auch für den Seckenheimer Singkreis zum Problem: Die Flüge von Toulon nach Straßburg waren gestrichen, gleichzeitig streikten die Angestellten der französischen Bahn SNCF und die Rückkehr des Chores musste neu organisiert werden. Durch das unermüdliche Engagement von Chormitglied Bruno Altmann gelang es, einen Bus aus Ladenburg nach Toulon zu beordern und die Sänger am nächsten Tag auf dem Landweg nach Mannheim zu befördern. Schon an dieser Stelle sei ein herzliches Dankeschön an die Firma S&F Tours Ladenburg gesagt: ohne ihr Entgegenkommen wäre der Chor erst mit einigen Tagen Verspätung wieder in Mannheim angekommen.
Trotz des großen musikalischen Programmes war es dem Chor noch möglich, mit einer kleinen Bahn eine Stadtrundfahrt durch Toulon, eine Fahrt auf den Mont Faron, eine Besichtigung der Kupfermine von Le Pradet und einen Besuch in Sanary sur mer zu erleben.Die „Chauffeure“ von Cantadis standen allzeit bereit, um den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
Auch in Sanary trat der Seckenheimer Singkreis mit einem Ausschnitt aus seinem Programm im Rahmen eines Benefizkonzertes zugunsten der Augenheilkunde in der Kirche St. Nazaire auf.Hier war ebenfalls stehender Applaus des Publikums zu erfahren.
Am 20. April um 3.00 Uhr morgens waren alle Chormitglieder und Frau Höfer übermüdet, aber mit vielen tollen Eindrücken wieder in Seckenheim angekommen.

Der Singkreis und seine französischen Freunde

Ein herzliches Dankeschön geht an:

Hedwig und Bruno Altmann für die perfekte Organisation der Reise
Frau Gudrun Höfer für die angenehme Begleitung und Unterstützung während des Aufenthaltes
Herrn Bürgermeister Specht, der zwar nicht persönlich anwesend sein konnte, aber immer in telefonischem Kontakt stand
Der Firma S&F Tours Ladenburg, ohne die der Chor vielleicht noch jetzt in Toulon wäre
Dem Männerchor“Cantadis“ für ihren unermüdlichen und herzlichen Einsatz
Theo Schmitt, dem „Ehrenchorleiter“ unter dessen Leitung der Seckenheimer Singkreis zu den erwähnten „musikalischen Höheflügen“ fähig war.

Der Seckenheimer Singkreis freut sich schon heute auf eine neue Begegnung mit Toulon.

Barbara Schreck

Copyright für die Bilder: Wolfgang Gilbert